Microtopping und Co. aus Italien Deutsche wollen Design-Handwerk

Verantwortliche:r Redakteur:in: Regine Appenzeller 5 min Lesedauer

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Handgefertigte Oberflächen gewinnen in Deutschland zunehmend an Bedeutung – nicht nur zur Dekoration. Vielmehr werden diese Lösungen zur bewussten Alternative industrieller Standards. Besonders gefragt sind fugenlose Systeme wie Microtopping aus Italien, die sich durch individuelle Ausführung, Materialtiefe und hohe Belastbarkeit auszeichnen. 

Microtopping im Einsatz: ein dünnschichtiges, zementgebundenes System, das sich auf Böden, Wänden, Treppen oder Möbeln einsetzen lässt.(Bild:  Ideal Work)
Microtopping im Einsatz: ein dünnschichtiges, zementgebundenes System, das sich auf Böden, Wänden, Treppen oder Möbeln einsetzen lässt.
(Bild: Ideal Work)

Große internationale Projekte und aktuelle Anwendungen im europäischen Wohnungs-, Hotel- und Kulturbau zeigen, dass diese Entwicklung kein kurzfristiger Trend ist. Ideal Work aus Venetien ist eines der Unternehmen, das diese Systeme seit langem prägt. Die Gründer Maurizio Pontello, Technischer Direktor und verantwortlich für die Materiallogik, und Luca Seminati, Leiter der Produktentwicklung, erklären, warum Microtopping und ähnliche Produkte mittlerweile nicht nur in Resorts in Dubai oder Themenparks wie Disneyland Paris zum Einsatz kommen, sondern auch Bauherren und Architekten in Deutschland überzeugen.

Was heute in Deutschland zunehmend gefragt ist, ist für Ideal Work, den Spezialisten für dekorative Beton- und Zementoberflächen, nichts Neues. Die Systeme des Unternehmens werden seit Jahren in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt – von hoch frequentierten Großprojekten bis hin zu privaten Wohnhäusern. In Disneyland Paris etwa wurden großflächige Außenbereiche mit fugenlosen Betonsystemen realisiert, die täglicher Belastung durch Tausende Besucher standhalten müssen. Dieses Projekt ist ein Beispiel für einen Ansatz, der sich nicht auf spektakuläre Standorte beschränkt. „Wir haben nie für einen bestimmten Maßstab gearbeitet“, betont Maurizio Pontello, der für die Materiallogik zuständige Technische Direktor, der selbst aus dem Handwerk kommt. Entscheidend sei immer die Frage gewesen, wie sich eine Oberfläche im Alltag verhält – unabhängig davon, ob sie Teil eines Freizeitparks, eines Museums oder eines Wohnraums ist. In Europa ist Ideal Work deshalb seit Langem in sehr unterschiedlichen Typologien präsent: in Shops und Showrooms, in Hotels, in privaten Häusern. Neu ist, dass sich diese Erfahrung nun auch im deutschsprachigen Raum konkret niederschlägt. In Österreich wurden bereits mehrere Projekte realisiert, darunter das Eriro Alpine Hotel in Tirol, wo handwerklich ausgeführte Oberflächen die reduzierte Architektur unterstützen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. 

Steigende Nachfrage – auch in Zahlen sichtbar

Dass handwerklich ausgeführte, fugenlose Oberflächen vermehrt eingesetzt werden, führt Ideal Work vor allem auf veränderte gestalterische Anforderungen zurück. Maurizio Pontello beobachtet eine wachsende Offenheit für Materialien, die Räume ruhig zusammenführen, statt sie zu gliedern. Besonders in Wohnräumen und Innenausbauten werde verstärkt nach Lösungen gefragt, die ohne Fugen auskommen und eine durchgehende Materialwirkung ermöglichen. Auch funktional habe sich der Einsatzbereich deutlich erweitert. Luca Seminati verweist darauf, dass Microtopping® und vergleichbare Systeme heute selbstverständlich in Bädern und Nassräumen eingesetzt werden. „Diese Anwendungen waren vor einigen Jahren noch erklärungsbedürftig“, erläutert er. Inzwischen hätten technische Weiterentwicklungen dafür gesorgt, dass fugenlose Oberflächen dort dauerhaft und zuverlässig funktionieren – im privaten Wohnbau ebenso wie in Hotels oder gewerblichen Interiors. Diese zunehmende Akzeptanz spiegelt sich auch in der internationalen Entwicklung des Unternehmens wider. Der Exportanteil von Ideal Work stieg von 17,6 Prozent im Jahr 2005 auf 65,1 Prozent im Jahr 2021. Für Pontello ist Deutschland dabei ein Markt, der weniger von schnellen Trends geprägt ist, dafür aber konsequent Materialien aufnimmt, sobald sie sich gestalterisch und funktional bewährt haben.

Microtopping: Zement kann mehr als Rohbaustoff

Im Zentrum dieser Nachfrage steht häufig Microtopping, ein dünnschichtiges, zementgebundenes System, das sich auf Böden, Wänden, Treppen oder Möbeln einsetzen lässt. Seine Stärke liegt in der Vielseitigkeit: geringe Aufbauhöhe, fugenlose Optik und die Möglichkeit, bestehende Untergründe weiterzunutzen. Gerade im Wohn- und Hotelbau wird Microtopping eingesetzt, um ruhige, durchgehende Raumwirkungen zu erzielen. Daneben gewinnen weitere Systeme an Bedeutung. Solidro, eine hybride Lösung mit hoher Wasser- und Abriebfestigkeit, wird dort eingesetzt, wo technische Anforderungen besonders hoch sind – etwa in stark frequentierten Bereichen oder Feuchträumen. Architop hingegen ist für Projekte mit industriellem Look und hohen Belastungen gedacht. Alle diese Lösungen sind für eine hochwertige Innenraumgestaltung konzipiert, während Terrae-Calce, eine Wandlösung auf Kalkbasis mit atmungsaktiven Eigenschaften, besonders für diejenigen geeignet ist, die eine natürlichere Ästhetik suchen. Ergänzt wird das Portfolio durch metallische Oberflächen wie Purometallo oder reaktive Systeme wie Acid Stain, die gezielt für Akzente eingesetzt werden. „Wir denken nicht in einzelnen Produkten“, erläutert Luca Seminati, Leiter der Produktentwicklung. Er fährt fort: „Wir entwickeln seit fast 30 Jahren Lösungen für unterschiedliche Anwendungen und kombinieren sie innerhalb eines Projekts. Jeder Auftrag ist dabei einzigartig.“ Wand, Boden und Einbauten ließen sich so materialgleich denken, ohne dass Funktion oder Langlebigkeit kompromittiert würden.

Die Gründer von Microtopping: Maurizio Pontello, Technischer Direktor und verantwortlich für die Materiallogik, und Luca Seminati, Leiter Produktentwicklung.(Bild:  Ideal Work)
Die Gründer von Microtopping: Maurizio Pontello, Technischer Direktor und verantwortlich für die Materiallogik, und Luca Seminati, Leiter Produktentwicklung.
(Bild: Ideal Work)

Je ruhiger eine Oberfläche wirkt, desto größer ist ihre Verantwortung

Allen Systemen gemeinsam ist ihre handwerkliche Ausführung. Keine Oberfläche entsteht vorgefertigt, jede wird vor Ort aufgebaut: Schicht für Schicht, angepasst an Untergrund, Raum und Nutzung. Textur, Tiefe und Nuancierung ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Material und Verarbeiter. „Je ruhiger eine Oberfläche wirkt, desto größer ist ihre Verantwortung“, betont Pontello. Wo keine Fugen oder Muster ablenkten, werde jede Abweichung sichtbar. Genau darin liege jedoch der Wert: Präzision werde zwingend, Handwerk sichtbar. Zwei Flächen könnten nie identisch sein – und sollten es auch nicht. Auch Seminati sieht darin einen zentralen Qualitätsfaktor. Systeme ließen sich technisch exakt definieren, das Ergebnis entstehe jedoch immer im Moment der Ausführung. Die leichte Variation sei kein Mangel, sondern Ausdruck von Sorgfalt und Individualität.

Italienisches Materialverständnis als Grundlage

Dass viele dieser Lösungen aus Italien stammen, ist kein Zufall. Der Umgang mit Zement, Kalk und mineralischen Zuschlägen ist dort handwerklich tief verankert. Materialien werden nicht als neutrale Hülle verstanden. Sie stehen für etwas, das altert, reagiert und genutzt wird. „Man plant Alterung mit“, erläutert Pontello. Patina sei kein Defekt, vielmehr Teil der Oberfläche, solange sie kontrolliert entstehe. Dies unterscheidet handwerklich geprägte Systeme von industriellen Lösungen, die auf absolute Gleichförmigkeit setzen. Gerade in Deutschland, wo Dauerhaftigkeit und technische Verlässlichkeit zentrale Kriterien sind, trifft dieses Materialverständnis auf wachsende Resonanz. Die steigende Nachfrage nach fugenlosen, handwerklich ausgeführten Oberflächen ist damit weniger Mode als Ausdruck eines veränderten Bauverständnisses. Weitere Informationen:  www.idealwork.it

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