CAFM-Software CAFM-Software: BIM und CAD-Daten einfach integrieren

Ein Gastbeitrag von Roland Bauer 3 min Lesedauer

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CAFM-Software in der Praxis: Die BIM-Methode gewinnt nicht zuletzt aufgrund des „European Green Deals“ und der damit verbundenen EU-Taxonomie für nachhaltiges Handeln immer mehr an Bedeutung. Dabei trägt der Gebäudesektor im erheblichen Ausmaß zu den globalen CO2-Emissionen bei. In Deutschland geht das Umweltbundesamt davon aus, dass allein der Gebäudebetrieb etwa 35 Prozent des Energieverbrauchs und 30 Prozent der CO2-Emissionen verursacht.

(Bild:  Balazs/AdobeStock)
(Bild: Balazs/AdobeStock)

Wie kommt man heute eigentlich als Betreiber beim Thema „Nachhaltiger Bau und Gebäudebetrieb“ gut voran? Ein Weg kann über zuverlässige und aktuelle Gebäudedaten führen. Diese können mögliche Handlungsfelder aufzeigen und die Überprüfung der erreichten Fortschritte anhand formaler Kriterien ermöglichen. Hier ist die BIM-Methode ein Werkzeug, das zum Ziel hat, zuverlässige Gebäudedaten zu liefern. In Deutschland ist der Einsatz von BIM für Bundesbauten seit Ende 2022 verpflichtend, da es verschiedene Auftragnehmende in einen gemeinsamen und strukturierten Prozess bringt und Daten zentral zur Verfügung stellt. Diese werden bereits in der Entwurfs- und Planungsphase strukturiert und liefern so einen Leitfaden für alle am Bau Beteiligten.

Die CAFM-Software als übergreifende Lösung?

Es ist wichtig, dass das BIM-Projektteam klare Vorgaben erhält, welche Informationen es für die Unterstützung der Geschäftsprozesse benötigt. Diese Vorgaben sollten die Identifizierung und Standardisierung der relevanten Daten durch das Facility Management umfassen und idealerweise direkt vom Auftraggeber kommen. Die ISO 19650 bietet hier eine Richtlinie für die Ausgestaltung dieser Daten sowie den Austausch zwischen den verschiedenen Projektbeteiligten.

(Bild:  Loy & Hutz)
(Bild: Loy & Hutz)

Dass dem Facility Management (kurz FM) eine wichtige Rolle in der BIM-Methode zukommt, ist mittlerweile bekannt, wird aber in der Praxis häufig nicht entsprechend umgesetzt. Dabei kann FM einen essenziellen Beitrag zur Definition der BIM-Ziele leisten und auch konkrete BIM-Anwendungsfälle an das BIM-Projektteam weitergeben. Diese Zusammenarbeit liefert wichtige Informationen für die Ausarbeitung der Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA), die die Grundlage für den BIM-Ausführungsplan (BAP) sind.

Eine frühe Einbindung des Facility Managements in den BIM-Prozess liefert nicht nur eine Perspektive auf die Betriebsphase des Gebäudes, sondern führt auch zu wichtigen Fragestellungen, was die notwendigen Daten für die zentralen Prozesse des Gebäudebetriebs angehen. Werden diese Daten bereits vorab definiert und entsprechend erfasst, hat der Betreiber einen erheblichen Vorteil, wenn die Daten aus BIM-Modellen in ein CAFM-System übernommen werden.

CAD-Daten integrieren

Professionelle CAFM-Lösungen bieten umfangreiche Möglichkeiten, um auf individuelle Kundenbedürfnisse angepasst zu werden. Dies ist insbesondere für die Integration von Daten aus Gebäudemodellen (CAD-Plänen) relevant, da diese durch das Fehlen von Standards stets individuell ausgeprägt sind. Im Idealfall können CAFM-Daten darüber hinaus mit BIM-Daten umgehen. Dabei ist es wichtig, die vollständigen Daten aus BIM-Modellen verarbeiten zu können und diese entweder mit bestehenden CAFM-Daten zu verbinden oder auf Basis der Modelldaten neue CAFM-Objekte zu erzeugen. Eine große Herausforderung ist hierbei die Qualität der Daten in den BIM-Modellen, denn diese sind häufig nicht für die Nutzung im CAFM-System vorbereitet. Deshalb ist es mit Blick auf die Datenübernahme in das CAFM-System notwendig, den BIM-Prozess aus dieser Perspektive neu zu betrachten. Der damit verbundene Aufwand zahlt sich langfristig aus: Auch wenn die Bauphase nur einen relativ kurzen Zeitraum ausmacht, umfasst die Betriebsphase mehrere Jahrzehnte des 
Gebäudelebenszyklus.

3D-Visualisierung und Detailinformationen: Der in der CAFM-Software integrierte BIM-Viewer kann Objekte auch in 3D visualisieren und Informationen anzeigen.(Bild:  Loy & Hutz)
3D-Visualisierung und Detailinformationen: Der in der CAFM-Software integrierte BIM-Viewer kann Objekte auch in 3D visualisieren und Informationen anzeigen.
(Bild: Loy & Hutz)

Da die Datenqualität in vielen Fällen nicht ausreichend gegeben ist, bieten CAFM-Systeme wie waveware von Loy & Hutz verschiedene Ansätze für die Datenübernahme und -anbindung. Für den Fall, dass im CAFM-System Datenfelder aus dem BIM-Modell nicht bekannt sind, lässt sich das System so anpassen, dass man die Daten mit ihren entsprechenden Datentypen übernehmen kann. Facility Manager können das System an die BIM-Datenanbindung anpassen und umgestalten. Schon bei der BIM-Datenübernahme lassen sich weitere Prozesse auszulösen. Hierzu zählt beispielsweise das Erstellen von Wartungsterminen für bestimmte Anlagen.

Visuelle Darstellungen in der CAFM-Software

Wurden die BIM-Daten in ein geeignetes CAFM-System übertragen und angebunden, lassen sich Modellvisualisierungen in 3D und 2D anzeigen. Dies ermöglicht einen völlig neuen Zugang zu den importierten Daten. So ist zum Beispiel direkt ersichtlich, wo eine Tür eingebaut ist und welche weiteren Objekte in der Umgebung verortet sind.

Diese visuelle Komponente wird insbesondere dann interessant, wenn grafische Auswertungen verwendet werden, wie zum Beispiel „Zeige alle Feuerlöscher in einem bestimmten Flur an“.

Die Möglichkeiten können hier sehr vielfältig sein und reichen von spezifischen Auswertungen mit wenigen Objekten zu stockwerksübergreifenden Visualisierungen. Ein Beispiel dafür ist die Kolorierung von Räumen, zum Beispiel nach Zugehörigkeit zu Abteilungen oder Kostenstellen.

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