Einstieg in die Digitalisierung BIM-Einführung: Schritt für Schritt zum Erfolg

Ein Gastbeitrag von Dr.-Ing. Sylvia Kracht 4 min Lesedauer

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Immer mehr ausführende Firmen erkennen die Vorteile der Digitalisierung und setzen zunehmend auf Building Information Modeling (BIM). Aus der Sicht eines BIM-Dienstleisters werden hier einige ­Aspekte dieser dynamischen Entwicklung bei ausführenden Firmen beleuchtet – insbesondere im ­Hinblick auf die eingesetzten Softwarelösungen für die BIM-Einführung.

(Bild:  nostal6ie, www.shutterstock.com)
(Bild: nostal6ie, www.shutterstock.com)

Die Qualität von Bauwerken und Anlagen wird entscheidend durch das Handwerk während der Ausführung bestimmt. Als BIM-Servicecenter unterstützt die BCS CAD + INFORMATION TECHNOLOGIES GmbH Firmen auf ihrem Weg zu BIM durch Prozessoptimierung, Software-Training und Projektunterstützung. Vor allem in den projektbegleitenden Workshops für Firmen aus TGA und Anlagenbau zeigen sich deutliche ­Parallelen in Ausgangspositionen, Zielvorstellungen und Stolpersteinen auf dem Weg zum Ziel. Grund genug, um einige Punkte davon hier näher zu ­betrachten.

Der Einsatz moderner digitaler Werkzeuge hat die Baubranche revolutioniert und eröffnet ausführenden Firmen faszinierende Möglichkeiten zur Optimierung ihrer Prozesse und zur Steigerung der Effizienz. Im Mittelpunkt steht bei ihnen die zügige Umsetzung der Planung. Ein Vorteil ist die effektive Erstellung der Werks- und Montageplanung sowie eine lückenlose Dokumentation aller technischen Anlagen.

Doch wie gelingt heute der Einstieg in die digitale Welt für diese Unternehmen? Nachfolgend sind einige Anregungen, die den Übergang erleichtern sollen.

1. Zielsetzung und Vision der BIM-Einführung

Bild 1: Kosten­vorteil durch BIM.(Bild:   BIM-Leitfaden für Deutschland, 2013)
Bild 1: Kosten­vorteil durch BIM.
(Bild: BIM-Leitfaden für Deutschland, 2013)

Bevor mit der Digitalisierung begonnen wird, ist es wichtig, klare Ziele zu definieren. Was möchte man erreichen und wie? Welche externen Kapazitäten können den Einführungsprozess unterstützen?

Im Vordergrund steht die schnelle Umsetzung der Planung bei Minimierung des Aufwands. Dabei ist zu beobachten, dass ausführende Firmen anfangen, die Vorteile von BIM (Bild 1) zu prüfen und speziell für ihre Aufgabenbereiche anzuwenden. Hierzu zählen etwa Firmen mit Vorfertigung und Wartung für errichtete Anlagen oder Betreiber/Vermieter (zum Beispiel Solaranlagen). Für die pragmatische und effiziente Neubewertung bestehender Abläufe werden zunehmend die Mitarbeiter einbezogen. Damit lässt sich die BIM-Methode aktiv in allen ­Fachabteilungen einleiten und ausbauen.

DET-TRONICS-X3301-AutoCAD-Electrical-Symbol mit integrierten GLT-Parametern, konvertiert aus AutoCAD.(Bild:  BCS CAD+INFORMATION TECHNOLOGIES GmbH, Minimax Fire Solutions International GmbH, Autodesk AutoCAD Electrical, 2024)
DET-TRONICS-X3301-AutoCAD-Electrical-Symbol mit integrierten GLT-Parametern, konvertiert aus AutoCAD.
(Bild: BCS CAD+INFORMATION TECHNOLOGIES GmbH, Minimax Fire Solutions International GmbH, Autodesk AutoCAD Electrical, 2024)

2. Behutsame Unterstützung

Der Übergang zur Digitalisierung sollte behutsam erfolgen. Bewährt hat sich, ausführende Firmen Schritt für Schritt durch externe Experten bei der Konzepterarbeitung zu unterstützen. Es empfiehlt sich, die firmeninternen, ­bekannten Werkzeuge in ihrer vertrauten Projektumgebung zu verwenden und weiterzuentwickeln. Damit erhöht sich die Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Die Umgestaltung der Projektabläufe wird zu einem kreativen Prozess für alle.

3. Bekannte Abläufe bei der BIM-Einführung optimieren

Anstatt neue Prozesse aufzusetzen, sollten bewährte, bestehende Abläufe verfeinert und optimiert werden. Durch den Einsatz hausinterner Programme und deren tiefgreifenderen Nutzung lassen sich firmenspezifische Prozesse weitgehend automatisieren. Datenverknüpfungen steigern die ­Effizienz und reduzieren Fehler. Angepasste benutzerfreundliche ­Programmoberflächen helfen den Mitarbeitern, sich schnell zurechtzufinden und die neuen Systeme optimal zu nutzen.

4. Analyse firmenspezifischer Abläufe

Eine gründliche Analyse der firmenspezifischen Abläufe ist wichtig, um her­auszufinden, welche Komponenten automatisiert werden können. Diese Analyse bildet die Basis für die Optimierung und Automatisierung der Prozesse. Dabei ist es entscheidend, die Besonderheiten des Unternehmens zu berücksichtigen und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Bewährt haben sich dabei zum Beispiel Prozessschrittbeschreibungen und die Entwicklung von Firmenstandards.

DET-TRONICS-X3301-AutoCAD-Electrical-Dialog für die Zuordnung der Betriebsmittelinformationen.(Bild:  BCS CAD+INFORMATION TECHNOLOGIES GmbH, Minimax Fire Solutions International GmbH, Autodesk AutoCAD Electrical, 2024)
DET-TRONICS-X3301-AutoCAD-Electrical-Dialog für die Zuordnung der Betriebsmittelinformationen.
(Bild: BCS CAD+INFORMATION TECHNOLOGIES GmbH, Minimax Fire Solutions International GmbH, Autodesk AutoCAD Electrical, 2024)

5. Bestehende Softwarelösungen nutzen

Häufig sind keine neuen Anwendungen nötig. Bestehende Systeme lassen sich einfach anpassen und auf die Bedürfnisse der Anwender abstimmen. Das spart nicht nur Kosten, sondern ­reduziert auch den Schulungsaufwand erheblich. Mit der richtigen Konfiguration der vorhandenen Software lassen sich viele Vorteile der Digitalisierung nutzen, ohne dass große Investitionen notwendig sind. Beispielsweise führt die Umsetzung von Firmenstandards in standardisierte Vorlagedateien oder Symbol- und Bauteil-Kataloge nahezu automatisch zu einer höheren Effizienz bei der Anlagenplanung und -dokumentation.

6. Projektbegleitende Schulungen und Dienstleistungen für die BIM-Einführung

Bild 2: AutoCAD mit branchenspezifischen Funktionen und intelligenten Objekten für Architektur, Elektrotechnik, Maschinenbau, Gebäudetechnik usw. (Bild:  autodesk.com/nachgebaut durch BCS CAD+IT)
Bild 2: AutoCAD mit branchenspezifischen Funktionen und intelligenten Objekten für Architektur, Elektrotechnik, Maschinenbau, Gebäudetechnik usw.
(Bild: autodesk.com/nachgebaut durch BCS CAD+IT)

Oft wissen Firmen gar nicht, wie leistungsfähig ihre bestehenden Softwarelösungen wirklich sind – wie beispielsweise das AutoCAD-Toolset von Autodesk (Bild 2). Meist werden nur die bekannten, einfachen Funktionen genutzt. An dieser Stelle haben sich ­firmenspezifische, projektbegleitende Workshops mit erfahrenen BIM-Dienstleistern als äußerst hilfreich erwiesen. In diesen Workshops lernen die Teilnehmer die volle Funktionalität ihrer speziell angepassten Softwarelösungen anhand konkreter Projekte kennen und anwenden. Diese praxisnahen Workshops dienen als wertvolles Sicherheitsnetz für den Einstieg in die ­digitalisierte Welt.

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Zudem empfiehlt es sich, in der BIM-Startphase BIM-Dienstleister direkt in die Projektbearbeitung einzubinden. Durch ihre Unterstützung kann der immense Projekt-Zeitdruck in dieser Lernphase erheblich reduziert werden, was den Einstieg in die digitale Arbeitsweise erleichtert und den Erfolg der Digitalisierung sicherstellt.

Fazit

Der Einstieg in die Digitalisierung und deren Ausbau muss weder kompliziert noch kostspielig sein. Eine gründliche Analyse und Anpassung vorhandener Softwarelösungen sowie ihr schrittweiser projektbezogener Ausbau ermöglichen eine effiziente und erfolgreiche Transformation. Dies macht das Unternehmen zukunftssicher und verbessert die Qualität der Bauprojekte erheblich. Firmenspezifische praxisnahe Workshops, unterstützt von erfahrenen BIM-Dienstleistern, sichern einen gelungenen Einstieg in die digitalisierte Welt. Die Einbindung dieser Experten in die Projektbearbeitung reduziert den Zeitdruck in der Lernphase erheblich. Die Digitalisierung im Bauwesen, insbesondere durch die BIM-Methode, eröffnet neue Wege zur Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung. Mit klarer Zielsetzung, ­behutsamer ­Unterstützung, ­gründlicher Analyse der ­Firmensituation und Optimierung bekannter Abläufe können Handwerksbetriebe und ausführende ­Firmen den digitalen Übergang erfolgreich gestalten und die Projektqualität nachhaltig steigern.