World Architecture Festival würdigt Architekturzeichnungen

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Li Han, einer der Gründer des Drawing Architecture Studio in Peking hat den zum zweiten Mal ausgelobten Architecture Drawing Prize des World Architecture Festivals mit seinem Werk „The Samsara of Building No. 42 on Dirty Street“ gewonnen.

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Li Han, einer der Gründer des Drawing Architecture Studio in Peking hat den zum zweiten Mal ausgelobten Architecture Drawing Prize des World Architecture Festivals mit seinem Werk „The Samsara of Building No. 42 on Dirty Street“ gewonnen.

Das Projekt umfasst eine chronologische Bilderserie, welche die Entwicklung eines Wohngebäudes in Peking in den Jahren von 2008 bis 2017 entfaltet. Sie zeigt, wie das Gebäude mit Wohnungen in ein scheinbar spontanes städtisches Arrangement übergeht, mit Ladengeschäften in den ursprünglichen Wohnungen, wie dann diese Gebäude von den Behörden abgebrochen wurden, um sie von den Läden im Erdgeschoss zu befreien und wie sie schließlich wieder zu reinen Wohnzwecken umgenutzt wurden. Die Zeichnung erzählt diese Geschichte und erforscht das Verhältnis von Zivilgesellschaft und Staat in einem städtischen Umfeld.

Narinder Sagoo, Senior Partner bei Foster + Partners und einer der Preisrichter für den Architecture Drawing Prize, sagt: „Diese Zeichnung fordert Vorurteile über die digitale Darstellung heraus. Sie erzählt hunderte Geschichten über neun Jahre, in denen sich Architektur, Städte und das Leben der      Menschen verändert haben.“ Es sei allen Architekten anzuraten, über das Leben eines Bauwerks im Laufe der Zeit nachzudenken. Die Zeichnung mache die Energie des Projekt greifbar.  „Man fühlt das Tempo der Stadt und hört den Lärm. Sie ist die moderne Ausgabe einer Zeichnung von Archigram, aber auch ein Schritt in die Zukunft, und das macht sie zum Gesamtsieger.“

Der Preis, verliehen am jährlich, diesmal in Amsterdam, stattfindenden World Architecture Festival (WAF) wird vom WAF, dem Sir John Soane’s Museum und Make Architects kuratiert. Er würdigt den schöpferischen Gebrauch digitaler Werkzeuge und digital erstellte Renderings, erkennt aber auch die Bedeutung der Handzeichnung an.

Insgesamt 17 Beiträge aus zehn Ländern kamen auf die Shortlist, und zwar in den drei Kategorien Handzeichnung, hybrides und digitales Standbild. Gesamtsieger Li Han setzte sich auch in der digitalen Kategorie an die Spitze. Die anderen Gewinner sind Lukas Göbl vom österreichischen Architekturbüro Göbl Architektur ZT GmbH in der Kategorie Hybrid mit „City of Beautiful Bodies“ und Carlijn Kingma vom Studio Carlijn Kingma für „The Babylonian Tower of Modernity“ in der Kategorie „von Hand gezeichnet.“

Die Zeichnung von Lukas Göbl ist Teil eines laufenden Projekts, das sich der Idee von Utopia widmet und ihrer Rolle in der heutigen Gesellschaft. Dem Motto von Paul Klee folgend, „nulla dies sine linea“ vermittelt sie Utopia weniger als Ziel, sondern vielmehr als einen Prozess.

Carlijn Kingmas Zeichnung reinterpretiert die Geschichte des Turms von Babel im Lichte einer Anbetung des Kapitalismus. Sie folgt der Idee, soziale Medien und neue Mittel der digitalen Kommunikation würden Gesellschaft und Öffentlichkeit noch tiefer spalten, ganz anders, als es der Traum vom technischen Fortschritt uns glauben macht.  

Weiterhin besonders gewürdigt wurden:

in der Kategorie Hybrid:

  • ‘6 Moments: Meaning through Repetition’ von Vincent Perron von der Universität British Columbia und
  • ‘American Dream or American Nightmare’ von Yue Ma, Cornell-Universität

Kategorie Digital: 

  • Juan Alberto Arjona Belmonte von der Escuela Técnica Superior de Arquitectura de Madrid (ETSAM) für ‘The Tower of Memory: the tower and the landscape’ sowie
  • Daisy Ames vom Studio Ames in den USA für ‘Other Medians: Perceivable Future’.

Kategorie: Handzeichnung:

  • Sarmad Suhail von der Bartlett School of Architecture, für ‚Embassy Nation‘

Die Einreichungen kamen aus 31 Ländern, unter den Teilnehmern fanden sich 55 Prozent Architekten, 12 Prozent Planer und Konstrukteure und 33 Prozent Studenten. Insgesamt waren 56 Prozent jünger als 30 Jahre alt, von jenen auf der Shortlist 63 Prozent.

Die Juroren sind:

  • Owen Hopkins, Senior curator of exhibitions and education, Sir John Soane’s Museum;
  • Nicola Kalinsky, Director of The Barber Institute of Fine Arts;
  • die Künstler Ben Langlands und Nikki Bell von Langlands & Bell;
  • Jeremy Melvin, Kurator des World Architecture Festival;
  • Farshid Moussavi, Gründer von Farshid Moussavi Architecture;
  • Narinder Sagoo, Senior-Partner bei Foster + Partners und
  • Ken Shuttleworth, Gründer von Make Architects.

Gewinner- und Shortlist-Beiträge sind in einer gesonderten Ausstellung am Sir John Soane’s Museum in London vom 17 Oktober bis 18. November zu sehen. Am WAF im November werden die Beiträge am Stand des Drawing Prize ausgestellt und die der Shortlist können an einem interaktiven Bildschirm betrachtet werden.

Die Preisträger in den Kategorien werden ihre Arbeiten auf der Festival-Bühne am Mittwoch, dem 28. November, vorstellen. Dort erfolgt auch die feierliche Preisverleihung im Rahmen eines besonderen Empfangs am Donnerstag, dem 29. November. Der Gesamtsieger wird beim Galadinner am 30. November vorgestellt. Die komplette Shortlist finden Sie unter: https://thedrawingprize.worldarchitecturefestival.com.

Bild oben: Li Han, The Samsara of Building No. 42 on Dirty Street, im Jahr 2016.

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