Weingut: Zweckmäßigkeit und konsequentes Design

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Für einen Neubau arbeitete der Winzer Markus Schneider mit dem Büro Prof. Gräf Architekten aus Kaiserslautern zusammen. Die Aufgabe der Architekten bestand darin, alle Produktions- und Lagerstätten, die sich im Ort verteilt befanden, zusammenzufassen und dabei die Materialsprache des 2006 errichteten Kellereigebäudes wieder aufzugreifen.

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Für einen Neubau arbeitete der Winzer Markus Schneider mit dem Büro Prof. Gräf Architekten aus Kaiserslautern zusammen. Die Aufgabe der Architekten bestand darin, alle Produktions- und Lagerstätten, die sich im Ort verteilt befanden, zusammenzufassen und dabei die Materialsprache des 2006 errichteten Kellereigebäudes wieder aufzugreifen.

Winzer Markus Schneider aus Ellerstadt hat aus dem elterlichen Betrieb für Obst und Traubenproduktion ein international agierendes Unternehmen geschaffen. Weinliebhaber kennen vielleicht die für deutsche Weine außergewöhnlichen Etiketten. Sie sind das Ergebnis einer konsequent verfolgten Strategie, für die Branche bis dato unübliche Wege zu gehen. 2001 entstand die erste Weinmarke, weitere folgten.

Angefangen hat Markus Schneider mit einem Hektar Weinfläche, heute sind es 86 plus 6 Hektar im Jungfeldstatus. Seinen Erfolg hat der Pfälzer auch seiner eigenwilligen Vorgehensweise zu verdanken. Mit klassischen Rebsorten wie dem Portugieser und internationaler Stilistik hat er dazu beigetragen, den deutschen Rotwein wieder salonfähig zu machen.

Zweiter Neubau

2006 folgte der Neubau eines Kellereigebäudes. Direkt vor dem Gutshaus entstand ein mattschwarzer, langgezogener Baukörper mit 1.200 m² Grundfläche. Dieser architektonisch augenfällige Neubau wurde schnell zu klein, das Reifelager für Barriques lagerte man direkt aus. Ein zweiter Bau musste her.

Für diesen Neubau arbeitete Markus Schneider mit dem Büro Prof. Gräf Architekten aus Kaiserslautern zusammen. Die Aufgabe der Architekten bestand darin, die begonnene Materialsprache auf den geplanten Neubau zu übertragen sowie alle Produktions- und Lagerstätten, die sich im Ort verteilt befanden, zusammenzufassen. Entstanden ist ein dreigeteilter Baukörper, der auf einer Fläche von 4’800 m² Platz für die Kellerei bietet. Neben der Abfüllhalle ist hier auch noch das Lager mit 800’000 Flaschen Wein und 1’600
Holzfässern untergebracht.

Architektonische Sprache

Die 100 Meter lange Kelterhalle folgt den Spuren der bestehenden Rebzeilen. Zugleich zeichnen sich die neuen Kellereigebäude anthrazitfarben vor dem Höhenzug der Haardt ab, und fügen sich in das Landschaftsbild inmitten der Reben ein. Vielfältige Zwischenräume gliedern und zonieren den Gebäudekomplex und ermöglichen so überraschende Durchblicke und Raumerlebnisse.

Prägend für das gesamte Ensemble ist eine Kassettendecke. Sie soll nicht nur die Gewölbe historischer Fasskeller zitieren, sondern ist zugleich ein statisch hoch belastbares Bauteil. Außerdem ist die Kassettendecke als thermische Masse bei der Gestaltung eines konstanten Raumklimas für die Weinlagerung sehr effizient. Der gesamte Betonbau ist in voller Länge unterkellert. Durch die ungedämmten, erdberührten Bauteile und der daraus resultierenden bauphysikalischen Aktivierung des Erdreichs ist eine dauerhafte Temperatur von 12° in den Lagerstätten garantiert.

Vorgaben für das Dach

Mit den Kassettendecken folgte für den weiteren Dachaufbau eine klare Vorgabe. Übliche Durchdringungen der Tragschale waren aus optischen Gründen auf ein Minimum zu reduzieren. Um die notwendige Dachabdichtung fachgerecht zu erstellen, nutzte der mit den Abdichtungsarbeiten beauftragte Fachbetrieb Emil Walther & Söhne GmbH & Co. KG aus Bad Dürkheim die lose Verlegung mit Auflast. Für die Abdichtung kam die einzige homogen schweißbare EPDM Dachbahn Evalastic der alwitra GmbH zum Einsatz.

Evalastic zeichnet sich durch Thermoelastizität, Bitumenverträglichkeit, Dämmstoffneutralität und Weichmacherfreiheit aus. Zu den produktspezifischen Eigenschaften zählen die hohe Chemikalienbeständigkeit, die FLL-geprüfte Durchwurzelungs- und Rhizomfestigkeit sowie die hohe Kälteflexibilität. Dadurch hat sich das komplette System in allen Verlegearten und Flachdachbauweisen weltweit bewährt.

Auch die Verarbeitung der Dach- und Dichtungsbahn ist dank der Polymerbasis EPDM/PP so einfach wie bei fast allen Kunststoffbahnen. Durch Heißluftschweißen werden die Bahnen materialhomogen gefügt. Besonders praxistauglich zeigt sich Evalastic bei der Detailausbildung und in den Anschlussbereichen. Aufgrund ihrer Warmverformbarkeit ist sie äußerst geschmeidig, wodurch die Anschlussausbildung erleichtert wird.

Neben der homogenen Verschweißbarkeit ist es vor allem das ökologische Profil, welches das Evalastic-System unter all den modernen Kunststoff und Elastomer-Dachbahnen heraushebt. Die Hochleistungsdach- und Dichtungsbahn absolut chlorfrei und auch frei von jeglichen chlorierten organischen Verbindungen. Alle Evalastic-Bahnen sind mit dem CE-Zeichen als EPDM Dach- und Dichtungsbahn gemäß EN 13956 und EN 13967 gekennzeichnet. In der umfassenden Umwelt- Produkt-Deklaration (EPD) – vom renommierten Institut Bauen und Umwelt (IBU) e.V. erstellt – wird sowohl die Nachhaltigkeit als auch das ökologische Profil überprüfbar dokumentiert. Evalastic ist eines der wenigen qualitativ hochwertigen, wirtschaftlichen und zugleich ökologischen Dachabdichtungssysteme auf dem europäischen Abdichtungsmarkt. Die Kombination von Ökologie und Ökonomie überzeugte auch den auf Nachhaltigkeit bedachten Bauherrn Markus Schneider.

Dachschichtenpaket

Zur Abdichtung der insgesamt 2.200 m2 umfassenden Dachflächen erhielt die Oberseite der Betonkassentendecke einen bituminösen Voranstrich als Haftvermittler. Nachfolgend verlegten die Dachhandwerker eine bituminöse Dampfsperre
mit Aluminiumeinlage. Zwei Schichten EPS-Dämmplatten sorgen für eine ausreichende Wärmedämmung der Betondecke. Die oberste Lage wurde als Gefälledämmung ausgebildet. Da Durchdringungen in den Betonkassetten nicht erwünscht waren, wurden alle Abläufe in Wandaussparungen der aus Ortbeton gefertigten Außenwände integriert. Damit sind alle Fallrohre zugleich in den Kelterhallen und Lagern ausreichend vor mechanischer Beschädigung geschützt. Die mit Blech-Blenden optisch verdeckten Leitungen sind jederzeit für Wartungszwecke oder zur Nachrüstung zu erreichen.

Abdichtung mit Begrünung als Auflast

Zur Abdichtung der Flächen verlegten die Dachhandwerker rund um Spenglermeister Peter Walther oberhalb der Dämmung
die Dach- und Dichtungsbahn Evalastic. An den sich überlappenden Bahnennähten fügten die Dachdecker die Bahnen untereinander mit einem Heißluftautomaten. An den umlaufenden Attiken wurden die Flächenbahnen hochgeführt. Passende Anschlussbahnen führten die Dachhandwerker dann von der Attika auf die Dachfläche zurück und verschweißten sie mit der Flächenabdichtung.

Oberhalb der Dachabdichtung mit Evalastic folgt als Auflast eine extensive Dachbegrünung. Zur Trennung und zum Schutz verlegten die Fachhandwerker zwischen Abdichtung und Begrünungssystem ein Trennvlies. Die Begrünung selbst besteht aus einer Wasserspeicherplatte, einem Filtervlies sowie einer 80 mm dicken Lava-Bims- Substratschicht für die Sedum-Kraut-Ansaat.

Dachrandprofile

Für die Abdeckung der Attiken ließ Peter Walther von alwitra objektbezogen Dachrandabdeckungen aus Aluminium fertigen. Die von alwitra industriell hergestellten Profilserien sind Halter-Stab-Konstruktionen mit montagefertigen Außen- oder Innenecken. Zudem sind die normen- und richtlinienkonformen Profile für alle Dachabdichtungen geeignet und schnell montierbar. Darüber hinaus sind alwitra-Dachrandabdeckungen fassadenseitig mit Aufkantung erhältlich und haben ein Quergefälle von 2° (3,5 Prozent) zur Dachfläche hin. Dadurch fließt das Wasser von der Abdeckung nur auf die Dachfläche. Schmutzablagerungen werden nicht nach außen gespült und die Fassaden bleiben sauber. Zur einfachen und schnellen Montage sind die Halteschienen der Halter und Stoßverbinder alle mit Langlöchern ausgestattet. Das ermöglicht ein exaktes und schnelles Ausfluchten der Halter während der Montage.

Je nach Profilserie sind alwitra-Dachrandabdeckungen in Standard- oder individuellen Kronenbreiten erhältlich. Als
Oberflächen werden die Dachrandabdeckungen in Aluminium-natur oder pulverbeschichtet angeboten. Für den Neubau des Weinkellers in Ellerstadt kamen alwitra-Dachrandprofile in Anthrazit zum Einsatz.

Genuss mit allen Sinnen

Mit dem Neubau hat sich Markus Schneider auch einen Herzenswunsch erfüllt. Im sogenannten „Archiv” – einem fast privaten „Weinkeller“ – lagern 15’000 Flaschen Wein. Jährlich sollen Flaschen aus der eignen Produktion dazukommen. Markus Schneider möchte zeigen, wie gut seine Weine reifen können. Natürlich finden sich auch Weine von befreundeten Winzern aus aller Welt im „Archiv”.

Im Weingutneubau trifft Zweckmäßigkeit auf Ästhetik. So ist die ebenfalls neuentstandene „Küche” vor allem auf eines ausgerichtet: Genuss mit allen Sinnen. Die große Glasfront gibt den Blick frei über die Rebem auf den Pfälzerwald. Betonboden, eine lange Tafel, Designer-Stühle und -Lampen sowie eine Gaggenau-Küche geben diesem Raum das Gesicht. Bis ins kleinste Detail bleibt Markus Schneider seinem persönlichen Credo treu: konsequent gutes Design.

Bautafel:

  • Bauherr: Markus Schneider, Ellerstadt, www.black-print.net
  • Architekt: Prof. Gräf Architekten, Kaiserslautern, www.graef-kl.de
  • Dachdecker: Emil Walther & Söhne GmbH & Co. KG, Bad Dürkheim, www.dachdeckerei-walther.de
  • Material: Evalastic, alwitra Dachrandprofile, Hersteller: alwitra GmbH, Trier, www.alwitra.de

Bild oben: Für den Neubau arbeitete Markus Schneider mit dem Büro Prof. Gräf Architekten aus
Kaiserslautern zusammen. Bild: alwitra/Sven-Erik Tornow

 

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