Südseeboot schwebt ins Humboldt Forum

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Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum ist an einem Meilenstein angelangt: Am 29. Mai hat das erste Großobjekt der Staatlichen Museen zu Berlin, das weltweit einzigartige Luf-Boot aus Ozeanien, den Ausstellungssaal im ersten Obergeschoss erreicht.

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Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum ist an einem Meilenstein angelangt: Am 29. Mai hat das erste Großobjekt der Staatlichen Museen zu Berlin, das weltweit einzigartige Luf-Boot aus Ozeanien, den Ausstellungssaal im ersten Obergeschoss erreicht.

Hans-Dieter Hegner, Bauvorstand der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, erläuterte die erheblichen Anstrengungen seitens der Baustelle, die für die erfolgreiche Einbringung des ersten Großobjektes aus dem Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin in das Humboldt Forum notwendig waren. So musste der Natursteinboden in der Eingangshalle fertig sein, um darauf das Gerüst für das Hebezeug aufzubauen. Auch die Bauarbeiten in dem Ausstellungssaal im 1. OG mussten bereits weitgehend abgeschlossen sein. Der Saal wird derzeit mit einem Einzelgerät klimatisiert und ist auch sicherheitstechnisch ausgerüstet. Die Museumsobjekte werden unter Museumsklima auf der Baustelle auf den Aufbau der Ausstellung warten.

Monika Grütters: „Mit dem heutigen Einzug der Großobjekte in das Humboldt Forum ist es offensichtlich: Die Bauphase geht zu Ende. Der Kulturbetrieb steht – im wahrsten Sinne des Wortes! – vor der Tür. Das Südseeboot ist das erste Objekt der Dahlemer Museen in diesem Haus. Tausende weitere werden folgen – wenn auch nicht mit einer solchen Entourage wie die Großobjekte. Einen Ortswechsel von Ausstellungsobjekten dieses Umfangs hat es in der Geschichte der Staatlichen Museen noch nicht gegeben. All die großen und kleinen Objekte aus den Dahlemer Museen erwartet hier im Herzen Berlins ein besucherreiches Leben. Das jedenfalls wünsche ich diesen Exponaten. Und ich freue mich, dass wir diesem Wunsch mit freiem Eintritt für die Dauerausstellung kulturpolitisch Nachdruck verleihen können. Auch mit den neuen personellen Weichenstellungen – der neuen Leitungsstruktur und dem künftigen Generalintendanten – sind wir anderthalb Jahre vor der Eröffnung des Kulturprojekts Humboldt Forum gut aufgestellt.“

Hans-Dieter Hegner: „Ich bin wirklich stolz auf das gute Zusammenwirken aller Beteiligter bei den Museen wie auf der Baustelle, dass wir diesen Meilenstein geschafft haben. Es ist nicht trivial, unersetzliche und weltweit einmalige Kulturgüter wie das Luf-Boot auf einer Baustelle sicher zwischenzulagern. Aber alle baulichen Voraussetzungen wurden dafür geschaffen wie wir auch die berechtigten Forderungen der Kuratoren für die sichere Bewahrung dieses Exponats erfüllt haben. Dafür danke ich an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen und freue mich auf eine weitere erfolgreiche Baufertigstellung.“

Hermann Parzinger: „Die Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin sind das Rückgrat des Humboldt Forums. Der Umzug der Objekte von Dahlem nach Mitte bedeutet für alle Partner eine logistische Herausforderung. Mit dem Einzug des Luf-Bootes, einer Ikone des Ethnologischen Museums, startet nun die inhaltliche Einrichtung des Humboldt Forums. Nicht länger ist nur auf dem Papier zu lesen, was dieses neue kulturelle Stadtquartier im Herzen Berlins sein soll: Ein Ort, an dem sich die Welt besser verstehen lässt. Ich danke allen Beteiligten bei den Staatlichen Museen zu Berlin, bei der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss und der Humboldt Forum Kultur GmbH für das Gelingen dieser sensiblen Operation.“

Insgesamt ist das zukünftige Humboldt Forum im Berliner Schloss noch eine Baustelle. Die Bauarbeiten werden erst in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Das Boot musste aber wegen seiner schieren Größe schon jetzt in den zukünftigen Ausstellungssaal im 1. Obergeschoss eingebracht werden. Große Öffnungen von ca. 4 x 6m in zwei Wänden der monumentalen Eingangshalle sind extra für diesen Transport vorgesehen, die erst anschließend zugemauert werden.

Das Boot ist verpackt in einer Transportkiste, die die beeindruckenden Maße von 16 Meter Länge, 2,50 Meter Höhe und 1,40 Meter Breite aufweist. Mit einem Spezialtransporter kam die Kiste über Nacht von Dahlem auf der Schlossbaustelle in Mitte an. Über ein speziell errichtetes Gerüst mit entsprechendem Hebezeug wurde das Boot dann in seiner Verpackung in die Halle gehievt. Dort bleibt es zunächst in seiner Kiste, bis nächstes Jahr die Arbeiten auf der Baustelle insgesamt abgeschlossen sind. Erst dann, wenn Staubfreiheit hergestellt ist und die Klimaanlage sowie der Brandschutz usw. funktionieren, können die Ausstellungen eingerichtet und aufgebaut werden und bis dahin muss das Boot in der Verpackung sicher auf der Baustelle gelagert werden.

Das Boot von der Insel Luf hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Gebaut wurde es 1890 auf einer der westlichen Inseln, die heute zum Staat Papua Neuguinea gehören. Mit solchen Booten fuhren die Männer von Luf im 19. Jahrhundert auf das offene Meer, trieben Handel und führten Krieg. Aber solche Zwecke erfüllte dieses Boot nie, denn aufgrund des Bevölkerungsrückgangs auf der Insel konnten die verbliebenen Männer es nicht zu Wasser lassen. Es blieb im Bootshaus, wo es 1903 Max Thiel für die Handelsfirma Hernsheim & Co sah und erwarb. Nach einem Zwischenstopp auf Matupi in Neubritannien gelangte es 1904 in das damalige Museum für Völkerkunde in Berlin.

Unter den wachsamen Augen zahlreicher Journalisten und Beteiligter auf Seiten der Museen und der Baustelle gab die Kulturstaatsministerin kurz vor 9 Uhr das Signal „Hebt an!“ für das Aufziehen des Bootes. Nach ca. 20 Minuten stand die große Kiste im Ausstellungssaal. Damit hat der Umzug der außereuropäischen Sammlungen aus Dahlem in das Humboldt Forum im Berliner Schloss erfolgreich begonnen. Weitere Transportkampagnen werden bis August 2018 durchgeführt.

Bild: Hochsee-Segelboot mit Ausleger (Ident.Nr. VI 23116 a), 19. Jh., aus Para-Mikronesien: Bismarck-Archipel, Westliche-Inseln, Luf (auch: Hermit-Inseln, Agomes, Eremiteninseln) (Inselgruppe). Holz, geschnitzt, rot, weiß und schwarz bemalt, Bindungen aus Rotan und Kokosfaserschnur, pflanzliche Kittmasse, Bambus, Pflanzenfaser, Federn, Textil, Segel aus Palmblattstreifen geflochten Gesamtmaß: Höhe x Breite x Tiefe: 960 x 1520 x 650 cm, Gewicht: 3365 kg; Teilmaße: Breite (mit Ausleger, ohne Gegenbrücke): 380 cm, Höhe (vorderer Mast): 780 cm, Höhe (höchste Höhe Segelspitze): 960 cm. 1970-2017 in der Dauerausstellung des Ethnologischen Museums in Berlin-Dahlem. Umzug ins Humboldt Forum am 28./29.5.2018.  © SPK / Stefan Müchler

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