Raumklima: Welche Auswirkungen es auf die Aufenthaltsqualität hat

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Raumklima: Welche Auswirkungen es auf die Aufenthaltsqualität hat

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Luftqualität und Temperatur entscheiden über Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Menschen in Gebäuden. Durch flexible Regelungen, die Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Beleuchtung intelligent verknüpfen, ist das Raumklima zuverlässig und schnell auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer abzustimmen. Grundlage dafür bietet die Überwachung von CO2-Gehalt, VOC-Konzentration und relativer Luftfeuchtigkeit.
Raumklima

Quelle: Siemens

Die zentrale Bedeutung des Innenraumklimas für die Aufenthaltsqualität steht außer Frage. Nicht umsonst gibt es seit einigen Jahren sogar die Krankheitsbezeichnung „Sick-Building-Syndrom“. Gemeint ist das Unwohlsein, das sich durch das Raumklima, durch negative Umgebungsbedingungen in einem Gebäude einstellt.

Raumklima hat Auswirkungen auf die Produktivität

Eine groß angelegte Studie unter Büroangestellten, die das Bundesumweltamt zitiert, nennt zum Beispiel „tränende Augen, gereizte Schleimhäute, Kopfschmerzen oder juckende Haut“ als mögliche Symptome. Ein gutes Raumklima verhindert solche unerwünschten Effekte und trägt damit maßgeblich zur Gesundheit und Produktivität der Menschen in einem Gebäude bei.

Gerade der Aspekt der Luftqualität hat zuletzt in Bezug auf die Gesundheit noch mehr an Bedeutung gewonnen: Husten und Niesen verursachen Aerosole, die potenziell Viren tragen. Trockene Luft bietet optimale Bedingungen für das Überleben und die Ausbreitung dieser Viren. Eine Regelung der Luftfeuchte in einem Bereich zwischen 40 und 60 Prozent kann die Übertragung von Viren dagegen bis zu 70 Prozent reduzieren. Daher wird grundsätzlich eine gute Lüftung der Räume mit möglichst hohem Außenluftanteil empfohlen.

Das können raumlufttechnische Anlagen leisten

Noch wirkungsvoller lässt sich die Virenlast im Raum aber durch die gezielte Zufuhr gefilterter und aufbereiteter Außenluft sowie durch den Abtransport belasteter Raumluft durch Klima- und Lüftungsanlagen verringern. Eine Übertragung von Corona-Viren über entsprechende Anlagen lässt sich dabei nach aktuellem Kenntnisstand ausschließen, wenn die dem Raum zugeführte Luft normgerecht gefiltert wird.

Raumlufttechnische Anlagen (RLT) sind damit für das Betreiben vieler Gebäude aus energetischer und hygienischer Sicht eine unabdingbare Voraussetzung. Dabei kommen regelmäßiger Wartung und Instandhaltung eine entscheidende Bedeutung für den sicheren Anlagenbetrieb zu. Das belegen auch die vom BTGA Bundesverband Technische Gebäudeausrüstung e. V., vom Fachverband Gebäude-Klima e. V. sowie vom RLT Raumlufttechnische Geräte Herstellerverband e. V. gemeinsam herausgegebenen Expertenempfehlungen „Betrieb Raumlufttechnischer Anlagen unter den Randbedingungen der aktuellen Covid-19-Pandemie“.

RLT-Anlagen sorgen demnach bereits durch Filtration der Außen-, Um- und Zuluft für ein hohes Maß an Sicherheit, da kleine Partikel und Tropfen in der Anlage abgeschieden werden. Durch die gesicherte Zuführung gereinigter Zuluft führt der Betrieb einer RLT-Anlage immer zu einer Verdünnung möglicher Stofflasten, aber auch der Virenlast in den zu versorgenden Räumen im Gebäude.

Raumklima
Infografik: Bedeutung des Innenraumklimas für die Aufenthaltsqualität. Bild: Siemens

Besseres Raumklima, niedrigeres Infektionsrisiko

Zusätzlich kann man durch eine gezielte Befeuchtung der Raumluft ein Infektionsrisiko vermindern. Durch professionelle Planung, Betrieb, Zonierung und Druckhaltung ist außerdem sichergestellt, dass sich Schadstoffe aus der Abluft eines Raums nicht im gesamten Gebäude verteilen können.

Ultraviolett (UVC)-Bestrahlung der Zuluft in RLT-Anlagen wurde bisher sehr erfolgreich zur Wasserentkeimung in Luftwäschern eingesetzt. Die direkte Bestrahlung des Zuluftvolumenstroms kam bisher allerdings nur selten zur Anwendung, obwohl diese Lösung bereits seit rund 20 Jahren zur Verfügung steht und eingesetzt wird. UVC-Entkeimung in Kombination mit passender Filtertechnik kann die Keimbelastung im Raum signifikant senken. Die Mikroorganismen werden praktisch augenblicklich inaktiviert. Das Ausmaß hängt von der UVC-Dosis ab. Eine Resistenz gegen UVC-Strahlung lässt sich nicht aufbauen.

Überwachung und Steuerung

Die Gebäudeautomation (GA) schafft die technischen Möglichkeiten für ein gesundes und produktives Raumklima: Der erste Schritt ist die Überwachung der Bedingungen im Raum. Dies gilt besonders für bereits bestehende Gebäude. Die klimatischen Bedingungen lassen sich entweder im Raum selbst über eine Anzeige oder aus Distanz mithilfe eines GA-Systems überwachen. Die Anzeige im Raum kann sogar ein autonomer Fühler mit entsprechender Visualisierung der Parameter übernehmen. Eine zentrale Rolle bei der Schaffung idealer Bedingungen spielen dabei Klimaanlagen mit variablem Volumenstrom (VVS-Systeme), da die Steuerung der relevanten Raumklimaparameter über das Lüftungssystem erfolgt. Diese Raumklimaparameter sind insbesondere der CO2-Gehalt der Luft, die Konzentration flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) und die relative Luftfeuchtigkeit (RH).

Zur Überwachung der Raumklimaparameter gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die naheliegendste ist die Anzeige der Parameter auf dem Raumthermostat oder einem Anzeigegerät im Raum. Ein einfacher Anwendungsfall könnte das Öffnen eines Fensters oder das Einschalten der Lüftung sein, wenn zum Beispiel die CO2-Konzentration in einem Besprechungsraum oder Klassenzimmer zu hoch ist. Solches
Vorgehen könnte in einem Gebäude angemessen sein, in dem kein Lüftungssystem vorhanden ist. Mit einer Überwachung im Raum (zum Beispiel über eine Zeitfolge) ist es auch möglich festzustellen, ob die VOC-Konzentration zu hoch ist oder das Feuchteniveau außerhalb der gewünschten Werte liegt.

Raumklima
Automatische Überwachung und Steuerung der Raumbedingungen. Bild: Siemens

Vollständige Überwachung des Raumklimas

Die nächsthöhere Stufe hinsichtlich Überwachung ist die Nachverfolgung und Anzeige der Raumklimaparameter für den Gebäudebesitzer, das Bedienpersonal oder den Facility-Manager eines GA-Systems. Ein Anwendungsfall wäre zum Beispiel das Auditieren der Parametertrends mehrerer Gebäude aus der Ferne.

Die CO2-Konzentration wird in ppm (parts per million, Teile pro eine Million Teile) erfasst. Frische Außenluft zeigt Werte von etwa 400 ppm. In Innenräumen wird ein Wert von bis zu 1.000 ppm als akzeptabel angesehen. Allerdings definiert sich die Raumluftqualität nicht nur über die CO2-Konzentration, sondern auch über das Vorhandensein flüchtiger organischer Verbindungen. Diese VOCs werden durch CO2-Fühler allerdings nicht erfasst. CO2/VOC-Multifühler stellen deshalb sicher, dass die Lüftung in Abhängigkeit sowohl der CO2- als auch der VOC-Konzentration gesteuert wird. Dieses kombinierte Signal wird auch als Luftqualitätssignal bezeichnet.

Leistungsfähige Gebäudeautomation und -technik schaffen also die Voraussetzungen für ein produktives und gesundes Raumklima. Auch unter verschärften hygienischen Anforderungen lassen sich Gebäude damit sicher weiterbetreiben – selbst wenn dies unter Umständen einen temporären Wechsel von Energie- zu Betriebseffizienz bedeutete, um die Menschen in diesen Gebäuden so gut wie möglich zu schützen.

Von Alexander Best.

Lesen Sie auch: Energetische Modernisierung: So gelingt die Revitalisierung mit intelligenter Ventiltechnik

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Das Institut für Bauingenieurwesen und Umwelt der Universität Luxemburg (INCEEN) und die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) der ETH Zürich werden bei der Forschung zur Energieeffizienz im Bausektor zusammenarbeiten. Ein Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Gebäudekomponenten, die wiederverwendet werden können, nachdem ein Gebäude am Ende seines Lebenszyklus angekommen ist und demontiert wird.

Schon mehr als 900 registrierte Nutzer arbeiten mit WinDoPlan von VEKA, einem Online-Werkzeug für die Planung von Fenstern und Türen, das erst im vergangenen Herbst eingeführt wurde. Mit der Freischaltung weiterer wichtiger Funktionen stellt VEKA nun eine BIM-Erweiterung und ein integriertes 3D-Modul zur Verfügung.

Top Jobs

Sales Manager Neuanlage (w/m/d) in der Fördertechnik
über REDAKTION MÜNCHEN, München
Bilanzbuchhalter (w/m/d) in der Fördertechnik
über REDAKTION MÜNCHEN, München
Sales Manager Neuanlage (w/m/d) in der Fördertechnik
über REDAKTION MÜNCHEN, Wien (Österreich)
› weitere Top Jobs

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: DIGITALE PROZESSE IN DER BAUINDUSTRIE

.

Mehr erfahren

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.