Moderne Schieferfassade mit historischer Deckart

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Das Haus „Am Markt 10“ in Frankfurts neuer Altstadt, dem DomRömer-Quartier, beherbergt eine Schieferfassade in einer klassischen Schieferdeckart. Architekt von Ey interpretiert die Gestaltungsvorgaben des Viertels mit einer modernen Formensprache.

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Das Haus „Am Markt 10“ in Frankfurts neuer Altstadt, dem DomRömer-Quartier, beherbergt eine Schieferfassade in einer klassischen Schieferdeckart. Architekt von Ey interpretiert die Gestaltungsvorgaben des Viertels mit einer modernen Formensprache. Von den 35 Häusern der neuen Altstadt von Frankfurt sind 15 exakt nach historischen Vorgaben als „schöpferische Neubauten“ neu entstanden. Weitere 20 „moderne“ Neubauten wurden auf Grundlage des historischen Stadtgrundrisses und nach den Vorgaben der DomRömer-Gestaltungssatzung errichtet. Das schmale Haus „Am Markt 10“ beherbergt im Erdgeschoss Geschäftsräume. Darüber erstreckt sich eine außergewöhnlich moderne Schieferfassade in einer klassischen Schieferdeckart. Architekt von Ey respektiert einerseits die aus der Historie abgeleiteten Gestaltungsvorgaben des Viertels, setzt aber andererseits eine neue Formensprache in schlichter Art und Weise um.

Klassisch schlicht

Von Ey: „Wir wollten eine moderne Fassade mit Staffelungen und bewusst überhöhtem Giebel. Für uns ist es eine Neuinterpretation, bei der sich die klassische Schieferfassade mit nur wenigen technischen Details wie ein Paillettenkleid über die Fassadenfront spannt. Die Fassade wirkt dabei wie eine Haut oder ein Stoffbehang“. Die drei zentralen Erkerfenster sind nach amerikanischem Vorbild als Baywindows ausgebildet worden. Die dreigeteilten Fenster ragen dadurch in den Straßenraum hinein. Die klassische Schieferdeckung ermöglicht diese Plastizität problemlos. Von Ey: „Die Dachdecker haben nach ein paar Besprechungen unser Thema sehr gut verstanden: die Fassade als „gespannte Fläche“ aus der sich die Fenster nach vorn herausgedrückten. So verweist das sehr moderne Haus auf historische Traditionen.“ Erwähnenswert ist die Eindeckung der Giebelfront des Dachgeschosses. Statt der dabei üblichen Rechtsdeckung entschieden sich die Architekten in Abstimmung mit der ausführenden Firma für eine Fassade, die vom zentralen Fenster nach links und rechts mit einer Links- bzw. Rechtsdeckung ausläuft und so die Giebelfront spiegelbildlich gestaltet. Dadurch wirkt der hohe Giebel sehr ästhetisch, gleichmäßig gestaltet und vor allem elegant ruhig. Bautafel
  • Projekt: DomRömer, Neubau eines Stadthauses, 4 + Dachgeschoss, EG/Einzelhandel: 65 m², Wohnung/1. – 4. Obergeschoss: 251 m²
  • Architekt: von Ey Architektur, Berlin, www.voney.de
  • Dachdecker: Hees + Knoll Dachtechnik GmbH, 56379 Holzappel mit Nachunternehmer Ernst-Josef Rüdesheim, Rüdesheim Bedachungen, 55430 Urbar
  • Schiefer: Altdeutsche Deckung, Rathscheck Schiefer, www.rathscheck.de
Bild oben: In vier Stufen verspringt die Fassade über dem Geschäft nach vorn. Foto: Rathscheck Schiefer
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