Klimaneutraler Werkzeugbau mit Schieferfassade

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Eigentlich sind Schieferfassaden in Probstzella nichts Ungewöhnliches. Der Ort liegt schließlich unweit des Thüringer Schiefergebirges  Die Fassade der Elobau sprengt allerdings einige Maßstäbe. 

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Eigentlich sind Schieferfassaden in Probstzella nichts Ungewöhnliches. Der Ort liegt schließlich unweit des Thüringer Schiefergebirges  Die Fassade der Elobau sprengt allerdings einige Maßstäbe.

Sie ist groß, dennoch voller Bewegung, mit der dynamischen Rechteckdeckung aus Rathscheck Schiefer überaus modern gestaltet und dazu hoch gedämmt. Dahinter steckt ein Bauherr mit Prinzipien und Architekten, die seine Visionen vorbildlich umsetzten.

Der Sensoren-Hersteller Elobau aus Leutkirch im Allgäu ist ein familiengeführtes Stiftungsunternehmen. Mit rund 700 Mitarbeitern zählt es zu den besten Arbeitgebern Europas und produziert seit 2010 an allen Standorten klimaneutral. Die Unternehmensphilosophie spiegelt sich auch beim neuen Gebäude wider.

Komplexes Anforderungsprofil

In der neuen Produktionsstätte in Probstzella befindet sich der Werkzeugbau. Die Vorgaben für die hochpräzisen Maschinen in der 1’150 m² großen Werkhalle: zulässige Temperaturschwankungen in der Produktion ± 1°C. Um dieses Ziel klimaneutral sicherzustellen, mussten Wärmedämmung, Heiz- und Klimatechnik und der Sonnenschutz exakt stimmen. Dicke Dämmpakete in der Fassade und auf dem Flachdach, Dreifachverglasung mit außenliegenden Jalousien, Photovoltaik auf dem Dach und auf den Freiflächen und eine Geothermie-Kollektoranlage zur Kühlung machen es möglich. Die ersten Erfahrungen mit dem Neubau bestätigen die in der Planung simulierte Energiebilanz, dass das Bauwerk mehr Energie produziert als es selbst verbraucht. Mit einer sogar positiven Klimabilanz sieht sich das Unternehmen in seiner Branche als Vorreiter am Produktionsstandort Deutschland.   

Für Menschen gebaut

Der hohe ethische Anspruch der Unternehmensleitung fordert neben der klimaneutralen Produktionsstätte auch ein Bauwerk, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Natürliche Baustoffe waren daher erste Wahl. Schiefer ist ein solcher Baustoff, ein hochwertiges langlebiges Deckungsmaterial. Neben dem Schiefer an der Fassade sind es moderne leistungsfähige Holztragwerke, die das Werk prägen. Dem Selbstverständnis des Unternehmens und der Praxis „flacher“ Hierarchien entsprechend, sind die „Weißkittel“ in der Verwaltung von den „Blaumännern“ in der Produktion nur durch großflächige Schallschutzscheiben getrennt. Das waagerechte Fensterband verbindet zudem in einer Linie Verwaltung und Produktion und wird physisch der Ort gelebten Teamgeistes.

Prägende Schieferfassade

Über dem 3,5 Meter hohen, waagerechten Fensterband erstreckt sich eine 6,5 Meter hohe Schieferfassade. Sie besteht rundum aus insgesamt 50 trapezförmigen Flächen. Die einzelnen Fassadenabschnitte sind in unterschiedlichen Winkeln leicht vertikal gekippt. Sie wirken dadurch felsenhaft aber auch dynamisch und lebhaft und nehmen dem großen Gebäude die Mächtigkeit.

Die trapezförmigen Fassadenflächen bestehen aus mehreren Basis-Segmenten, die sich rund um das Gebäude unmerklich wiederholen. Diese Basisflächen wurden von den Architekten F64 aus Kempten im Allgäu nicht nur in ihrer Größe, Geometrie und Neigung vorgegeben. Auch die Beschieferung, die Größe der Schiefer und die Höhen der Gebinde wurden geplant und bemustert. Die geneigten Fassadenunterkonstruktionen wurden vom Ingenieurbüro für Tragwerksplanung Merz Kley und Partner aus Dornbirn bemessen. Dazu haben sich die Architekten im Vorfeld der Planungen vom Schieferlieferanten Rathscheck Schiefer aus Mayen beraten lassen. Für die großen Fassadenflächen wurden auch große Schieferformate gewählt. Die Wahl fiel auf Rechteckschiefer der Größen 60 x 30, 50 x 30, 50 x 20, 40 x 25, 40 x 20 und 30 x 15 cm. Für die dynamische Deckung werden die Schiefer in Läuferverbänden wild verlegt und erzeugen dabei ein Deckbild, das einem exakt geschnittenen Bruchsteinmauerwerk aus Schiefer ähnelt. Bei einer Mindesthöhenüberdeckung von 4 cm entstanden Deckgebinde mit den Höhen 26, 21, 16, 11 und 9 cm.

Im Ergebnis verbindet diese besondere Deckart die Tradition historischer Schieferdeckungen mit einer modernen geradlinigen Optik. In der Größe und Vielfalt präsentiert sich diese Deckart am Elobau-Objekt allerdings in einer bisher nicht bekannten Dimension

Bautafel: Neubau Elobau in Probstzella, www.elobau.com

  • Architekten: F64-Architekten, Kempten, www.f64architekten.de
  • Tragwerksplanung: Merz Kley und Partner, Dornbirn, www.mkp-ing.com
  • Landschaftsplanung: Baron Landschaftsarchitekten
  • Fassadenarbeiten: Jakusa Bedachungen, Saalfeld, www.jakusa-dach.de
  • Schiefer: rechtecke Basisgrößen 60 x 30, 50 x 20, 30 x 15 cm, InterSIN, blaugrau von Rathscheck Schiefer, Mayen, www.rathscheck.de

Bild oben: Mit Schiefer bekleideter Neubau einer Produktionshalle der Elobau in Probstzella. Foto: Rathscheck Schiefer

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