Hangsicherungskonzept für neues Gebäude der ETH Zürich

Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, kurz ETH Zürich, baut ein neues Forschungs- und Laborgebäude. In drei Jahren soll das siebenstöckige Bauwerk mit einer Geschossfläche von ca. 21'000 m² seinen Betrieb aufnehmen. Büroarbeitsplätze und Seminarräume sollen ebenso darin Platz finden wie Laboratorien und Gastronomie. Baustart war 2015, von Dezember 2016 bis März 2017 fanden die Gründungsarbeiten statt, mit denen die BAUER Spezialtiefbau Schweiz AG beauftragt worden war. „Dabei musste ein einzigartiges Konzept für die Sicherung des 110 m langen nordöstlichen Hangs entwickelt werden“, berichtet Bauer-Projektleiter Niklas Haag.

Zunächst stellte Implenia für die Hangsicherung während der Gründungsarbeiten eine rückverankerte, aufgelöste Bohrpfahlwand her. Rund 800 temporäre Anker wurden gesetzt. „Um das hangseitige Terrain jedoch künftig frei von sperrigen und massiven Stabilisierungselementen zu halten, müssen die extremen Kräfte durch eine eigenständige Stützkonstruktion aufgenommen werden“, erläutert Niklas Haag. Zum Einsatz kam eine Lösung, die bis dato in ihren Dimensionen so noch nie ausgeführt worden war.

Nach dem Aushub einer 20 m tiefen Baugrube begannen die Fräsarbeiten für insgesamt 14 Schlitzwände. Mit einer Fräseinheit an einem BAUER MC 96 Seilbagger teufte man zunächst bis zu 26 m tiefe Schlitze im Fels ab. Anschließend wurden für jede der 1 m breiten und rund 10 m langen Lamellen mit Hilfe eines Krans riesige Bewehrungskörbe eingehoben – Präzisionsarbeit auf engstem Raum, schließlich befindet sich die Baugrube mitten im Zentrum von Zürich. Für die Montage der 14 Bewehrungskörbe – jeder rund 50 t schwer – war eine eigene Produktionsplattform konstruiert worden. Jede Lamelle wurde abschließend mit rund 270 m³ Beton verfüllt.

Ende März 2017 beendete die BAUER Spezialtiefbau Schweiz AG die Schlitzwandarbeiten. Voraussichtlich im Frühjahr 2018 werden die 14 Schlitzwände dann vorgespannt und Stück für Stück das Hangsicherungstragwerk errichtet. Parallel dazu beginnt der Rohbau des neuen Entwicklungs- und Laborgebäudes GLC. Die vorgespannten, senkrecht zum Hang angeordneten Schlitzwände bilden künftig den unteren Teil des Sicherungssystems, das im oberen Teil durch ein kraftschlüssig angeschlossenes Ortbetongewölbe ergänzt wird.

Bild: Für die 14 riesigen Bewehrungskörbe teufte Bauer mit einer Fräse an einem MC 96 Seilbagger 26 m tiefe Schlitze im Fels ab. © BAUER Group

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