Bürogebäude in Kopenhagen entsteht mit 3D-Druck

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Der Bau von Europas erstem, regelkonformem Haus mit 3D-Druck hat am Montag begonnen. Das dänische Unternehmen 3D Printhuset druckt das BOD-Gebäude (The BOD, für Building on Demand) im Hafen von Kopenhagen. Es hat alle Genehmigungsprozeduren durchlaufen und entspricht als erstes seiner Art zu 100 Prozent den europäischen Normen und Standards.

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Der Bau von Europas erstem, regelkonformem Haus mit 3D-Druck hat am Montag begonnen. Das dänische Unternehmen 3D Printhuset druckt das BOD-Gebäude (The BOD, für Building on Demand) im Hafen von Kopenhagen. Es hat alle Genehmigungsprozeduren durchlaufen und entspricht als erstes seiner Art zu 100 Prozent den europäischen Normen und Standards.

3D Printhuset hatte am Montag alle Interessierte eingeladen, am zeremoniellen Durchschneiden des roten Bandes teilzunehmen und den 3D-Druck live zu verfolgen. Berok Khoshnevis, Contour Crafting, entwarf die Konzepte des 3D-Drucks im Bauwesen, während Winsun, TotalKustom und Apus Core den Weg mit ihren bemerkenswerten Bauten in Russland, Asien  und dem Nahen Osten ebneten.

Konform mit Standards und Normen

Bislang konnte Europa noch kein 3D-gedrucktes Betongebäude vorweisen, und schon gar keines, das den strengen europäischen Bauvorschriften genügen konnte. Das ändert sich jetzt gerade mit dem Baustart von The BOD, einem kleinen Office-Hotel am Hafen von Kopenhagen. Dort kommt 3D-Druck für das Fundament und die Wände zum Einsatz. Das Gebäude hat alle notwendigen Genehmigungen erhalten, das Fundament ist gelegt und die gesamte Konstruktion geht konform mit allen europäischen Standards und Normen. Während Gebäude schon vielerorts im 3D-Druck entstanden sind, so war doch bislang niemand in der Lage, dabei den strengen europäischen Vorschriften Genüge zu tun.

Bis jetzt sind die am meisten vorangeschrittenen 3D-Druckprojekte im Bauwesen eine Brücke in Spanien von Acciona und die D-Shape-Technologie, die von Enrico Dini in Italien entwickelt wurde, sowie Bauelemente wie Bänke, Pavillions und Säulen von Xtree in Frankreich und Cybe Construction in den Niederlanden. Viele europäische Projekte für 3D-gedruckte Bauwerke sind in der Entwicklung, wie die Vergaderfabriek von Cybe Construction  und die YHNOVA der Universität Nantes, doch keines hat bisher die notwendigen Bewilligungen erhalten und hat tatsächlich den 3D-Druckprozess gestartet.

Projekt für Demonstration und Inspiration

Henrik  Lund-Nielsen, CEO  von  3D  Printhuset, sagt, dass das BOD-Gebäude nicht nur die Machbarkeit des 3D-Druck im europäischen Rahmen beweisen solle. Das Gebäude sei in erster Linie ein Demonstrations- und Inspirationsprojekt. Jede Möglichkeit der Kooperation sei willkommen, um die Anwendung des 3D-Drucks im Bausektor weiter voranzubringen. Man wolle die Rolle und die technischen Eigenschaften des für das Projekt verwendeten Projekts in den Hintergrund stellen, denn es gehe nicht darum, eine besondere 3D-Drucklösung zu präsentieren. 3D-Druck als solcher lasse sich erfolgreich für Bauwerke in Europa einsetzen, und das entsprechend den geltenden Bauvorschriften.

Weniger Einschränkungen beim Design

Trotzdem ließ 3D Printhuset verlauten, dass ein Gantry-Drucker mit den Abmessungen 8 x 8 x 6 Meter zum Einsatz kommt, der ein Drucktempo von 2,5 Metern pro Minute erreicht. Er druckt Schichten mit 20 mm Höhe uned einer Breite von 50 bis 70 mm je nach Anwendung.

Die Bezeichnung BOD soll verdeutlichen, dass 3D-Druckverfahren für Bauzwecke weniger Einschränkungen für die Umsetzung des Entwurfs mit sich bringen. Das ist auch der Grund, warum Architektin Ana Goidea The BOD nicht nur mit geschwungenen Wänden versehen hat, sondern diesen auch zusätzlich einen Welleneffekt verpasst hat, der einen organischen Eindruck vermitteln soll. Jakob  Jørgensen,  Technical  Manager  bei 3D  Printhuset  A/S erklärt:  „Mit traditionellen Bautechniken erweist sich jede Form, die organisch oder nicht gerade ist, technisch und was die Baukosten betrifft als Herausforderung. Das BOD hat bis auf die Fenster und Türen keine geraden Linien.“

Recycling-Materialien

Besonderes Augenmerk galt dem ökologischen Fußabdruck des Bauwerks. Das Projekt produzierte wesentlich weniger Abfall als üblich und es gelang, die Wiederverwendung von Werkstoffen zu steigern. So besteht die gesamte Isolation aus Recycling-Materialien und der Beton setzt sich großteils aus wiederverwendeten Fliesen und Sand zusammen. Das Druckrezept entstand in Zusammenarbeit mit dem Force Institut. 3D Printhuset rechnet noch im Herbst mit der Vollendung des Baus.

Bild oben: The BOD (“Building on Demand“) im Hafen von Kopenhagen mit gekrümmten 3D-gedruckten Wänden und einem geneigten Dach.  (Architect Ana Goidea, MAA)

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