Bahninfrastruktur: BIM-Bestandsmodell unterstützt Instandhaltung

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In einem Forschungsprojekt erarbeiten die Projektpartner einen Prozess, in dem sämtliche Bestandsdaten der Bahninfrastruktur homogenisiert und mit einem neu erstellten geometrischen Datensatz verschmolzen werden.
Bahninfrastruktur: BIM-Modelle für Instandhaltung

Quelle: PhysioDave/Shutterstock.com

  • Digitale Bauwerksmodelle ermöglichen die effektive Instandhaltung der Infrastruktur.
  • Während neue Bauwerke zunehmend mit BIM geplant werden und in diesem Prozess entsprechende BIM-Modelle entstehen, fehlen für ältere Bauwerke derartige Daten.
  • Eine enorme Menge an Planungs- und Zustandsdaten für Bestandsbauten liegt in unterschiedlichen Formaten an unterschiedlichen Orten und teils noch in analoger Form vor.
  • Im Forschungsprojekt »mdfBIM (FKZ: 19F1060A)« erarbeiten die Projektpartner nun einen Prozess für die Bahninfrastruktur, der sämtliche vorhandenen Daten homogenisiert und mit einem neu erstellten geometrischen Datensatz verschmilzt.

Digitale Infrastrukturmodelle sind die Voraussetzung für ein zukunftsorientiertes, BIM-basiertes Erhaltungsmanagement von Verkehrsinfrastruktur. Das Institut für Baumanagement und Digitales Bauen (ICoM) der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover und das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik erarbeiten nun gemeinsam mit Marx Krontal Partner (MKP GmbH) einen Prozess, mit dem sämtliche vorhandene Bestandsdaten der bundesdeutschen Bahninfrastruktur mit zusätzlich erhobenen geometrischen Messdaten in einem digitalen BIM-Bestandsmodell zusammengeführt werden sollen.

Das laufende Projekt mdfBIM wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit insgesamt 95’000 Euro (ICoM ca. 31’000 Euro, Fraunhofer IPM ca. 39’000 Euro, MKP ca. 33’000 Euro) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Bahninfrastruktur: Digitales Bestandsmodell birgt enorme Herausforderungen

Umfassende digitale Bauwerksdaten ermöglichen eine vorausschauende und wirtschaftliche Instandhaltung der Infrastruktur. Während neu erstellte Bauwerke heute zunehmend nach der BIM-Methode (Building Information Modeling) geplant werden, sind digitale Daten für bestehende Bauwerke in der Regel nicht verfügbar. Ein digitales Bestandsmodell für die Gesamtheit der zum Teil jahrzehntealten deutschen Infrastrukturbauwerke rückwirkend zu erstellen, birgt einige Herausforderungen: Eine riesige Menge an Planungs- und Zustandsdaten liegt in unterschiedlichen Formaten und an unterschiedlichen Orten vor – die DB Netz AG pflegt allein über 4,6 Millionen Bestandspläne. Neben analogen Plänen existieren teildigitalisierte Unterlagen wie Bilder, Gutachten oder Monitoring-Daten sowie in Datenbanken verwaltete Informationen. Hinzu kommt, dass nicht das gesamte Streckennetz lückenlos
dokumentiert ist.

Geometrische Messdaten als Masterdatensatz

Im Forschungsprojekt »mdfBIM (FKZ: 19F1060A)« erarbeiten die Projektpartner einen Prozess, der sämtliche vorhandene Daten homogenisiert und mit einem neu erstellten geometrischen Datensatz verschmilzt. Letzterer bildet den Ist-Zustand der Bauwerke ab und wird als Masterdatensatz für die Anreicherung mit bestehenden Informationen zugrunde gelegt. Die geometrischen Messdaten werden mithilfe eines von Fraunhofer IPM entwickelten kombinierten LiDAR- / Kamerasystems aus der Luft erfasst und liegen als georeferenzierte Punktwolke mit hoher räumlicher Auflösung vor. Für ein umfassendes digitales Modell müssen vorhandene Bauwerksdaten mit den aktuellen Messdaten verknüpft werden. Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines standardisierten Prozesses, der diese Integration teilautomatisiert gewährleistet. Dazu werden unter anderem Algorithmen zur Datenhomogenisierung und -plausibilisierung entwickelt und im Zuge der Erstellung eines gesamthaften Prozessmodells Automatisierungspotenziale identifiziert. Der Prozess wird modellhaft anhand einer zweigleisigen elektrifizierten Strecke und einem Brückenbauwerk erprobt.

Projektpartner

  • Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (Institut für Baumanagement und Digitales Bauen ICoM), Projektkoordination
  • Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM, Freiburg
  • Marx Krontal Partner, MKP GmbH, Weimar

Projektzeitraum: 1. Juni 2020 bis 31. März 2021
 

Weitere Informationen:

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie sich komplexe Projektinformationen in der Bahnindustrie schneller sichtbar machen lassen.

Lesen Sie auch: „Trassenvermessung für Glasfaser: Schneller und genauer mit Drohnen“

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