Automatisierung in der Baubranche: Welches Potenzial Roboter bieten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Automatisierung in der Baubranche: Welches Potenzial Roboter bieten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Mit robotergestützten Lösungen will ABB Robotics die Automatisierung in der Baubranche vorantreiben und aktuellen Herausforderungen begegnen, wie dem gestiegenen Bedarf an erschwinglichem Wohnraum und den Anforderungen an umweltgerechtes Bauen unter den Zwängen eines zunehmenden Fachkräftemangels.
Automatisierung in der Baubranche

Quelle: ABB

  • Neun von zehn Bauunternehmen erwarten bis zum Jahr 2030 einen Fachkräftemangel.
  • Daher wollen 81 Prozent der Befragten in den kommenden zehn Jahren Roboter einführen.
  • Vor allem Sicherheits- und Umweltaspekte beschleunigen Investitionen in die Robotik stark und damit die Automatisierung in der Baubranche.

ABB Robotics treibt mit neuen, robotergestützten Lösungen die Automatisierung in der Baubranche voran und will damit der Industrie helfen, ihre aktuell größten Herausforderungen zu meistern. Dazu gehören unter anderem der Bedarf an erschwinglicherem und umweltfreundlicherem Wohnraum sowie die Reduktion der Umweltbelastung beim Bau. Zusätzlich herrscht ein Arbeits- und Fachkräftemangel.

Die Automatisierung durch Roboter bietet Potenzial zur Steigerung der Produktivität, der Effizienz und der Flexibilität in der Fertigung. Die Möglichkeiten reichen von der automatisierten Fertigung von modularen Häusern und Bauelementen abseits der Baustelle über das robotergestützte Schweißen und die Materialhandhabung vor Ort bis hin zum roboterbasierten 3D-Druck von Häusern und maßgeschneiderten Bauelementen. Roboter erhöhen nicht nur die Sicherheit und die Kosteneffizienz. Sie steigern auch die Nachhaltigkeit sowie die Umweltverträglichkeit, indem sie die Qualität verbessern und Bauabfälle reduzieren.

„Aktuell nutzen nur wenige Bauunternehmen Automatisierungslösungen. Vor diesem Hintergrund bietet sich uns ein enormes Potenzial, die Branche durch den Einsatz von Robotik grundlegend zu verändern. Anders als im Automobilbau oder in der Elektronikmontage haben sich im Bauwesen viele Verfahren seit Generationen nicht verändert. Deshalb entwickeln wir neue Lösungen, die den Unternehmen helfen, ihre grössten Herausforderungen zu bewältigen“, sagte Sami Atiya, Leiter des ABB-Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation. „Die Erweiterung unseres Portfolios um dieses neue Kundensegment ist Teil einer umfassenderen Strategie. Neben der Baubranche treiben wir die Expansion in wachstumsstarke Segmente wie Elektronik, das Gesundheitswesen, die Konsumgüterbranche, Logistik sowie die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie voran, um der steigenden Nachfrage nach Automatisierungslösungen branchenübergreifend gerecht zu werden.“

Große Mehrheit der Bauunternehmen will Automatisierungslösungen einführen

Laut einer von ABB in Auftrag gegebenen weltweiten Umfrage [1] unter 1’900 Bauunternehmen in Europa, den USA und China rechnen 91 Prozent der Befragten in den kommenden zehn Jahren mit einem Mangel an Fachkräften. 44 Prozent der Unternehmen bestätigten dabei, dass sie Schwierigkeiten haben, neue Mitarbeitende für Bauberufe zu finden. Für 42 Prozent der befragten Unternehmen hat zudem die Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit auf Baustellen hohe Priorität. Ein ebenso großer Anteil der Befragten sieht im Umweltschutz einen Haupttreiber für Veränderungen in der Branche.

81 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den kommenden zehn Jahren Robotik und Automatisierung einführen oder deren Einsatz intensivieren möchten. Dagegen setzen laut der Umfrage lediglich 55 Prozent der befragten Unternehmen bereits Roboter ein – verglichen mit 84 Prozent in der Automobilindustrie und 79 Prozent im produzierenden Gewerbe.

Laut Branchenprognosen wird der Gesamtwert der Bauindustrie weltweit bis zum Jahr 2030 um 85 Prozent auf 15,5 Billionen US-Dollar ansteigen [2]. Interne Analysen von ABB Robotics zum Marktpotential von robotergestützter Automatisierung gehen von hohen zweistelligen Wachstumsraten in Schlüsselbereichen des Bauwesens, einschliesslich Fertigteilbau und 3D-Druck, in den kommenden zehn Jahren aus.

Der autonom arbeitende Bohrroboter von Schindler. Foto: Schindler

Roboter ermöglichen neue Herangehensweisen bei der Automatisierung in der Baubranche

Vor dem Hintergrund immer strengerer Umweltauflagen in der Branche sowie der steigenden Nachfrage nach kosteneffizienten Gebäuden kann robotergestützte Automatisierung durch die Verbesserung der Qualität und der Konsistenz zur Reduzierung von Abfällen beitragen – ein wichtiger Aspekt, da schätzungsweise bis zu einem Viertel des herangeschafften Materials eine Baustelle als Abfall wieder verlässt [3]. Durch den Einsatz von Automatisierung und digitalen Lösungen können Bauunternehmen ihre Konstruktions- und Fertigungsprozesse effektiver gestalten und bereits von Projektbeginn an Bauabfälle vermeiden.

Zudem wird der Arbeitskräftemangel in der Branche zunehmend zur Herausforderung. In der EU waren allein im zweiten Quartal 2020 [4] über 200’000 Stellen für gering- und hochqualifizierte Arbeitskräfte in der Baubranche unbesetzt. Unter der Annahme, dass die Tätigkeiten gefährlich seien, entscheiden sich besonders jüngere Menschen oftmals gegen eine Karriere im Baugewerbe. Heute passieren rund 30 Prozent der Arbeitsunfälle auf dem Bau. Gleichzeitig ist die Gefahr, auf dem Bau in einen tödlichen Unfall verwickelt zu sein, mit geschätzt weltweit über 108’000 Todesfällen im Jahr [5] viermal höher als in anderen Branchen.

Roboter erledigen repetitive und gefährliche Aufgaben

Roboter erhöhen die Sicherheit, indem sie große und schwere Lasten bewegen, in gefährlichen Bereichen arbeiten und neue, sicherere Bauverfahren ermöglichen. Hinzu kommt, dass Roboter repetitive und gefährliche Aufgaben erledigen, die Menschen zunehmend nicht mehr ausführen möchten. Damit trägt die Automatisierung dazu bei, dem Arbeits- und Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken. Zudem hilft sie, Bauberufe für junge Menschen attraktiver zu gestalten.

„Das neue Bewusstsein für Gesundheit, Sicherheit und Nachhaltigkeit beschleunigt die Investitionen in die Robotik massiv. Gleichzeitig sorgt das sinkende Angebot an Fachkräften dafür, dass die Bauindustrie zunehmend Roboter benötigt, um mit den Herausforderungen der Urbanisierung und des Klimawandels Schritt zu halten“, ergänzte Atiya. „Wir stellen unsere Expertise und unser branchenführendes Portfolio an Robotern und digitalen Tools in den Mittelpunkt der Wertschöpfungskette der Bauindustrie. Unsere Automatisierungslösungen ermöglichen schnelleres, erschwinglicheres und nachhaltigeres Bauen und wirken gleichzeitig dem Arbeitskräftemangel in der Branche entgegen. Denn Roboter können grosse und schwere Lasten bewegen, arbeiten in gefährlichen Bereichen und ermöglichen neue, sicherere Baumethoden.“

Neue Lösungen bereits im Einsatz

Bereits heute kann ABB Robotics auf eine Reihe an Pilotprojekten verweisen. Sie zeigen, wie Kunden ihre Flexibilität, ihre Produktivität und ihre Qualität durch Robotik steigern konnten. Dazu zählen die automatisierte Herstellung von Wänden, Böden und Decken für mehrstöckige bezahlbare Wohnbauprojekte bei Autovol in den USA, die robotergestützte Installation von Aufzügen beim Schweizer Aufzugshersteller Schindler sowie die automatisierte Herstellung von vorgefertigten Modulhäusern bei Intelligent City in Kanada. Hier hat sich die Produktionsleistung um 15 Prozent und die Geschwindigkeit um 38 Prozent erhöht. Gleichzeitig ist die Abfallmenge um 30 Prozent gesunken.

Beim schwedischen Bauunternehmen Skanska kommt eine roboterbasierte Schweißanwendung zum Einsatz, durch die Stahl-Bewehrungskörbe vor Ort hergestellt werden können. Durch Automatisierung konnten sowohl die Qualität als auch die Sicherheit und die Produktivität der Mitarbeitenden verbessert werden. Darüber hinaus konnte das Unternehmen mit dieser neuen Lösung die Kosten ebenso wie die Umweltbelastung reduzieren. Denn sie müssen die fertigen, sperrigen Bewehrungskörbe nicht mehr zur Baustelle transportieren.

„Es wird immer schwieriger, Personal für schwere, zeitintensive Tätigkeiten zu finden, sodass wir in einem immer größeren Umkreis nach Arbeitskräften suchen müssen“, sagte Ulf Håkansson, Technischer Direktor bei Skanska Construction. „Dadurch, dass wir diese Aufgaben nun an Roboter übertragen, können wir unser Personal effektiver einsetzen. Außerdem entspricht Automatisierung auch den Erfahrungen und den Vorstellungen der nächsten Generation von Ingenieuren. Denn sie sind mit dieser Technologie aufgewachsen und damit von unschätzbarem Wert für uns, um neue Einsatzmöglichkeiten für Roboter in unserem Unternehmen auszuloten.“

Automatisierung für die Baubranche: Erstes Labor für robotergestützte Fertigung

ABB arbeitet bei der Entwicklung von neuen Automatisierungslösungen für die Baubranche mit mehreren renommierten Universitäten zusammen, unter anderem der ETH Zürich, einer führenden Forschungsuniversität in der Schweiz. An der ETH unterstützt ABB die Forschung im Bereich der robotergestützten Fertigung in der Architektur und im Bauwesen. Dadurch hat ABB dazu beigetragen, das weltweit erste Labor für kollaborative robotergestützte digitale Fertigung in der Architektur einzurichten, das am Institut für Technologie in der Architektur der ETH angesiedelt ist.

Bild oben: ABB-Roboter im ETH-Labor für kollaborative robotergestützte digitale Fertigung. Bildquelle: ABB

Weitere Informationen: https://new.abb.com/products/robotics/industries/transforming-the-future-of-construction

Erfahren Sie hier mehr über den automatisierten Betondruck.

Lesen Sie auch: „Wenn der Baukran smart wird: Gilbane optimiert Abläufe auf der Baustelle“

[1] ABB Branchenstudie Bauindustrie, Mai 2021. Im Auftrag von ABB durchgeführt von 3Gem Global Market Research & Insights unter 1’900 CEOs, Geschäftsführern und Entscheidungsträgern großer und kleiner Unternehmen einschließlich Wohnungs- und Gewerbebau, Zulieferer, Bau- und Subunternehmer, Architektur- und Designbüros sowie Beratungsunternehmen in USA, Kanada, China, Großbritannien, Deutschland, Österreich, Schweiz, Schweden, Frankreich und Italien. Durchgeführt wurde die Umfrage im Zeitraum vom 22. April 2021 bis 12. Mai 2021. 3Gem Research & Insights wählt seine Konsumenten- und B2B-Panels nach strengen Qualifikationsprüfungen und in Double-Opt-In-Verfahren aus, unter Beachtung der DSGVO.

[2] Bericht “Global Construction 2030” (link)

[3] UK Departmentfor Environment, Food and Rural Affairs, DEFRA (link)

[4] EU (link)

[5] International Labor Organization 2015 (link)

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Das erste „Kochbuch für Baukultur“ wurde gestern bei der Offenen Werkstatt Baukultur in Leipzig  präsentiert. Die Publikation des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vermittelt Themen der Baukultur auf ungewöhnliche Art: 33 „Kochrezepte“ sollen das Bewusstsein für gutes Planen und gutes Bauen stärken. Die vorgestellten Formate sind aus dem ehrenamtlichen Engagement von Baukulturinitiativen in Dörfern, Klein- und Mittelstädten hervorgegangen, die im Forschungsprojekt „Baukultur konkret“ untersucht wurden. 

Der 9. November ist Weltqualitätstag: Dabei ist Qualität schwer fassbar: Qualität weise grundsätzlich individuell gewichtete Definitionskriterien auf, wie die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) feststellt. In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Innofact hat die DGQ im September 2017 daher rund 1.010 Personen in Deutschland zwischen 18 und 69 Jahren zu ihrem Qualitätsverständnis befragt. Hier einige Ergebnisse.

Top Jobs

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: DIGITALE PROZESSE IN DER BAUINDUSTRIE

.

Mehr erfahren

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.